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Unser Blog – Impulse für ein gelingendes Miteinander

Seit über 15 Jahren schreiben wir jede Woche einen Coachingbrief rund um die Gewaltfreie Kommunikation. Inzwischen sind mehr als 750 Ausgaben entstanden. In jedem Coachingbrief greifen wir einen Aspekt der Gewaltfreien Kommunikation auf und beleuchten ihn anhand von Beispielen aus dem Alltag. Manchmal sind es Erlebnisse aus unseren Seminaren, manchmal persönliche Erfahrungen, die uns selbst bewegt und zum Nachdenken angeregt haben.

Unser Anliegen ist es, die Gewaltfreie Kommunikation lebendig, verständlich und alltagstauglich zu vermitteln. Die Coachingbriefe laden dazu ein, innezuhalten, neue Perspektiven zu entdecken und die eigene Haltung im Umgang mit sich selbst und anderen weiterzuentwickeln.

Auf unserem Blog finden Sie bereits rund 350 dieser Coachingbriefe. Sie können dort stöbern, nach bestimmten Themen suchen, Zusammenhänge erforschen oder sich für aktuelle Herausforderungen inspirieren lassen. Die Beiträge eignen sich zum Nachdenken, Üben und Vertiefen der Gewaltfreien Kommunikation im privaten wie auch im beruflichen Alltag.

Sind Sie neugierig geworden? Dann laden wir Sie herzlich ein, in unserem Blog zu stöbern und die Vielfalt der Themen zu entdecken.

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Heute gewaltfrei – Anja Palitza & Olaf Hartke

Unser Buch: Heute gewaltfrei

366 Denkanstöße für jeden Tag

Für jeden Tag des Jahres ein Zitat, das im Einklang mit der Gewaltfreien Kommunikation steht. Überwiegend stammen die Zitate von Marshall Rosenberg und werden in jeweils kurzen Texten von Anja Palitza und Olaf Hartke näher erläutert.

Tag für Tag bieten die Zitate und Texte die Möglichkeit, neue Erkenntnisse zu gewinnen und eigene Erfahrungen zu sammeln. Durch täglich kleine Impulse können Leserinnen und Leser mit wenig Zeitaufwand am Ball bleiben und sich von gewaltfreiem Gedankengut durch das Jahr begleiten lassen.

Anja Palitza & Olaf Hartke | Junfermann Verlag 2014
Buch bestellen beim Junfermann Verlag →

Zu den unten aufgeführten Themen, die wir immer wieder in unseren Kursen verfolgen, haben wir für Sie das Wesentliche einmal zusammengefasst:

Gewaltfreie Kommunikation

„Frieden beginnt in uns selbst. Damit meine ich nicht, dass wir uns zuerst von all unseren inneren gewaltvollen Erfahrungen befreien müssen, bevor wir nach außen auf die Welt schauen oder auf einer höheren Ebene am sozialen Wandel mitwirken können. Was ich meine ist, dass wir diese Dinge gleichzeitig tun können.“

Marshall B. Rosenberg

17 Jahre ist unser zehntägiges Training mit Marshall Rosenberg nun her, und wir sind immer noch dankbar für diesen letzten persönlichen Kontakt mit ihm. Dass es das letzte europäische Training mit ihm sein würde, war uns damals noch nicht klar.

Wie in kaum einer anderen Region der Welt gab es zu dieser Zeit vor allem im deutschsprachigen Raum eine riesige Nachfrage nach der Gewaltfreien Kommunikation.

Marshall sagte damals, dass ihn das große Interesse an der Gewaltfreien Kommunikation sehr erfreue. Im Gespräch machte er uns noch einmal deutlich, worum es ihm bei der Verbreitung des Modells ging.

Zunächst einmal ging es ihm nicht vordergründig darum, dass Menschen das Modell Gewaltfreie Kommunikation lernen. Jedes Kommunikationsmodell sei lediglich eine Strategie zur Bedürfniserfüllung, sagte er – zum Beispiel für mehr Verbindung und Verständnis oder zur Klärung von Fragen des Miteinanders.

Sondern – und das war sein eigentliches „Herzens-Thema“ – ihn beschäftigte besonders die Frage, wie eine veränderte Kommunikation einen Beitrag zu mehr weltweitem Frieden leisten kann. Und auch, wie sich jeder Einzelne, der sich nach mehr Frieden in der Welt oder im direkten persönlichen Umfeld sehnt, engagieren kann, um sich mithilfe der Gewaltfreien Kommunikation dafür einzusetzen. „Social change“ – gesellschaftliche Veränderung – war für ihn ein zentrales Thema in der Schulung der Gewaltfreien Kommunikation und nahm einen großen Raum in seinem Training ein.

Motor dieses gesellschaftlichen Veränderungswunsches war seine Erkenntnis als Psychologe, dass man Menschen mit psychischen Erkrankungen zwar hilfreich begleiten kann, dabei jedoch immer nur individuelle Symptome lindert. Die gesellschaftlichen Strukturen und die Art, wie wir unser Miteinander gestalten, bleiben davon weitgehend unberührt. Das frustrierte ihn.

Marshall Rosenbergs größtes Anliegen war eine gesellschaftliche Veränderung auf Basis von Strukturen, die dem Leben, dem Miteinander der Menschen und der psychischen Gesundheit dienen.

Der brasilianische Pädagoge Paulo Freire und seine Befreiungsidee faszinierten Marshall Rosenberg. Freire entwickelte ein Alphabetisierungsprogramm, das Bauern half, Protestbriefe an die Regierung zu schreiben. Dies war nicht nur eine Technik zum raschen und gezielten Erwerb von Lese- und Schreibfähigkeit, sondern darüber hinaus eine Methode der Bewusstseinsbildung.

Das inspirierte Rosenberg so nachhaltig, dass er ein einfaches Modell entwickeln wollte, das Menschen unterstützt, Verantwortung für ihr eigenes Leben und ihren Beitrag zur Gemeinschaft zu übernehmen und entsprechend zu handeln. Er begann, ein erstes Modell der Gewaltfreien Kommunikation zu entwerfen.

In den USA begleitete Rosenberg mit seinem Ansatz die Bürgerrechtsbewegung, arbeitete mit Jugendlichen und Straßengangs und stand mit vielen Initiativen in Kontakt, die friedensstiftende Fähigkeiten erlernen wollten. Auch in Kriegs- und Krisengebieten – unter anderem im Nahen Osten, in Irland, im ehemaligen Jugoslawien und in Ruanda – wurde er gebeten zu vermitteln.

Immer wieder erlebten wir mit ihm, dass er uns Teilnehmende dazu ermutigte, neben der Klärung unserer persönlichen Anliegen auch (Mit-)Verantwortung für das Geschehen auf der gesamten Erde zu übernehmen. Marshall teilte mit uns seine Vision, dass er den Sinn der Gewaltfreien Kommunikation darin sieht, „gewaltfreies Denken und Handeln“ in einem größeren, ja globalen Maßstab einzuüben und tiefgreifende Veränderungen zu bewirken. Damals sagte er, die Zeit sei reif dafür, dass Menschen die großen Irrtümer unserer jüngsten Entwicklung erkennen und sich wieder mehr dafür interessieren, was im Leben wirklich wichtig ist.

Die Zeit ist reif dafür – das finden wir auch. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Steigen Sie mit uns ein in die Gewaltfreie Kommunikation und revolutionieren Sie Ihre Sprachgewohnheiten.

Gewaltfrei Leben

Lebenshunger

„Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“

Cicely Saunders, Pionierin der Palliativmedizin und Begründerin der modernen Hospizbewegung

Hunger (Ulrich Schaffer)

Alles kommt auf den Hunger an:
Ob unser Gespräch im Sand verläuft,
ob wir die Gedanken riechen können,
die uns ins Leben stürzen,
ob wir das Muster der Möwen am Strand sehen,
ob wir uns um Wort bemühen,
mit dem wir uns selbst und einander lösen und binden,
ob ich dich finde, in der Verschachtelung,
in der du dich versteckt hast,
ob uns das Schwarzbrot trotz der Säure schmeckt,
ob uns das Rätsel mit den sieben Siegeln
unter unserer Sehnsucht nachgibt,
und ob am Ende nur zählt,
wie wir das Versprechen halten,
das wir uns selbst gegeben haben
in Momenten der Schwäche und Stärke:
Alle Formeln loszulassen und unterwegs zu bleiben
Durch Verzweiflung und Glück.

Eindeutig ist,
dass wir ohne Hunger
strahlenden Auges
blind werden.

Astrid Schütte, eine Kollegin in Berlin, spricht, wenn sie an die Gewaltfreie Kommunikation denkt, von einer Herzkraftkommunikation, die eine Vielfalt von Kompetenzen mit sich bringt. Sie vergleicht sie mit einer Bildung für die Seele. Denn mit Hilfe des Modells lassen sich nicht nur Konflikte friedlich lösen und Beziehungen zufriedenstellender gestalten, sondern auch bedeutsame Lebensbereiche einbeziehen: das Danken und Feiern von Erfolgen, das Trauern und das aufrichtige Bedauern.

Mit der Gewaltfreien Kommunikation sensibilisieren wir uns für den Lebenshunger in uns und erkennen die Vielfalt an Möglichkeiten, die damit einhergeht. Der Lebenshunger – für uns Ausdruck unserer Bedürfnisse, die wiederum der Motor für unser Handeln sind – ist eng mit dem Gefühl von Neugier verbunden.

Wenn es uns gelingt, mit der Neugier eines kleinen Kindes die Welt zu erforschen, um herauszufinden, was unsere Bedürfnisse erfüllt, bleiben wir in mitfühlendem Kontakt mit uns selbst und den Menschen um uns herum. Halten Sie in diesem Moment des Lesens kurz inne, lehnen Sie sich zurück und überlegen Sie: Was macht Ihren Lebenshunger aus? Welche Bedürfnisse erfüllen Sie sich bereits? Worauf sind Sie neugierig? Was möchten Sie noch lernen, erfahren oder weiterentwickeln? Nehmen Sie sich diese spontan entstandene Liste in dieser Woche vor und notieren Sie die Bedürfnisse, die Sie sich erfüllen, wenn Sie Ihrem Lebenshunger folgen.

Gewaltfrei Lieben

Innere Schönheit

„Manchmal kann man wahrnehmen, dass Ewiges durch Menschen hindurchleuchtet.“ — Silke Kittler

Wenn man beginnt, sich mit Gewaltfreier Kommunikation zu beschäftigen, entsteht leicht der Eindruck, es handle sich um ein Kommunikationswerkzeug. Aus unserer Sicht ist sie jedoch kein Werkzeug, sondern eine Haltung dem Menschen und dem Menschsein gegenüber. Etwas, das uns tief im Herzen berührt und sich über unsere Werte, Bedürfnisse und Wünsche mitteilt.

Die Worte sind nachrangig, auch wenn sie eine große Wirkung entfalten können. Sie sind der Versuch, unserem Gegenüber in kurzer Form mitzuteilen, was in uns lebendig ist und was wir brauchen. Angesichts der Tiefe und Komplexität des menschlichen Daseins ist Sprache dabei ein sehr grobes Mittel zur Verständigung.

Die Haltung hingegen, die wir anderen Menschen gegenüber in uns tragen, ist das, was wirkliche Verbindung schafft. Sie ist die Kraft, die unsere Worte formt – oder uns, wenn wir keine stimmigen Worte finden, demütig schweigen lässt. Darüber hinaus ist diese Haltung unser innerer Richtungsweiser. Wenn wir auf die Menschen um uns schauen: Womit verbinden wir uns? Mit Urteilen über sie oder ihre Lebenssituation? Oder mit dem Menschen selbst und seiner Schönheit, die in jedem Moment seines Lebens sichtbar werden kann?

Gewaltfrei Lernen

Erfahrungen sammeln

„Erfahrung ist der beste Lehrmeister.“ — Thomas Carlyle

Wenn wir den Begriff Lernen hören, denken viele Menschen zunächst an ihre Schulzeit: an Unterricht, Lehrpläne und Prüfungen. Doch Lernen geht weit darüber hinaus. Es begleitet uns ein Leben lang und geschieht überall dort, wo wir Erfahrungen machen. Aus unserer Sicht braucht es für ein nachhaltiges Lernen von Gewaltfreier Kommunikation Erfahrungen auf vier unterschiedlichen Ebenen:

1. Kognitives Verstehen

Hier geht es um das theoretische Fundament. Die Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation werden vermittelt – durch Trainerinnen und Trainer, durch Vorträge, Inputs oder das Lesen von Büchern. Dieses Verstehen schafft Orientierung und gibt dem Lernen eine klare Struktur.

2. Begleitetes Anwenden

In Übungen, Rollenspielen und praktischen Trainingssituationen wird die Theorie lebendig. Gemeinsam mit anderen Lernenden und begleitet durch erfahrene Trainerinnen und Trainer werden die Inhalte erprobt, reflektiert und zu konkreten Fähigkeiten weiterentwickelt.

3. Individuelles Anwenden

Lernen vertieft sich im Alltag. Wenn Menschen das Gelernte in echten Gesprächen anwenden, neue Erfahrungen machen und daraus eigene Erkenntnisse gewinnen, wird Gewaltfreie Kommunikation Schritt für Schritt zu einem persönlichen Handwerkszeug.

4. Erleben

Ein besonders wirkungsvoller Lernraum entsteht im Zusammensein mit Gewaltfreie Kommunikation-orientierten Menschen. In Gruppen, Übungssettings oder Gemeinschaften wird die Haltung der Gewaltfreien Kommunikation spürbar. Dieses Erleben ermöglicht ein erfahrungsbasiertes Lernen und trägt wesentlich zu einem tieferen, verkörperten Verständnis bei.

Gewaltfrei Lernen bedeutet für uns, Kopf, Herz und Handlung miteinander zu verbinden – und Lernen als lebendigen, erfahrungsreichen Prozess zu gestalten.

Schwerpunkte

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